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Skalitzer Straße 85-86, Berlin Kreuzberg
Rock
Konzert
So 15. Mai 19:00
Konzert
Dead Star Talk
Support: George Hennessey

Nacholtermin vom 8.11.2021. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Genre: Rock

Es gibt diese Gitarrenriffs, die nur zwei Reaktionen zulassen: Faust geballt in die Luft strecken, oder die Hände hinter dem Rücken verschränken und in ein imaginäres Mikro singen, das knapp über der Nasenspitze hängt. Meist findet man sie auf diversen Albumklassikern aus England, die alle schon ihr 25. Jubiläum hinter sich haben. Aber immer nur in Nostalgie suhlen? Das kann es doch auch nicht sein! Dachten sich auch Christian Buhl (Vocals / Rhythmusgitarre), Günes Kocak (Lead Gitarre / Vocals), Erik Jensen (Bass), Claus Nielsen (Drums / Percussions) – und gründeten Dead Star Talk. Alle vier waren in den Nullerjahren in der Gitarrenmusikszene Kopenhagens aktiv – und alle vier vermissten genau diesen Sound, der sie einst mit Rockmusik angefixt hatte. Melodiebesoffene Gitarren, wuchtige Drums, ein Bass wie die starke Schulter des Nebenmanns an der Theke – und, ja verdammt, auch eine gesunde Mischung Pathos! Wie gut das aufgeht und wie frisch das klingen kann, beweist zum Beispiel die erste Single-Auskopplung „Love Leash“: Die Drums preschen voran, die Gitarren lassen an Manchester’s finest denken, oder an all die tollen Bands des Poptones Labels, die nie so groß wurden, wie sie es verdient hätten. Und dann der Gesang von Christian Buhl, der genau dieses charakteristische Raspeln in der Kehle hören lässt, das noch immer die Karriere der Gallaghers tragen kann. Ein guter Gegenpool dazu ist das Titelstück des Albums „Too Many Too Much“, ein Melodietaumel zwischen 60s, 90s und Jetztzeit, den auch Teenage Fanclub goutieren würden.

Selbst eine unpeinliche Feuerzeug-Hymne ist ihnen geglückt. Die heißt „It’s You, Euphoria“ und beschreibt vielleicht, was diese Band dazu gebracht hat, seit Bandgründung bei einem Weihnachtsdinner in Kopenhagen 2019 bis jetzt ein komplettes Album mit zehn starken Songs aufzunehmen. Vor allem Hauptsongwriter Christian Buhl nutzte den Stillstand der Pandemie, um sich mit größtmöglicher Euphorie in sein zuletzt arg verschmähtes Talent zu werfen und schrieb 45 Songs in 12 Monaten. Dead Star Talk ist dabei aber weit mehr als ein reines Buddy Projekt – was auch daran liegt, dass sie einen der bekanntesten Rockproduzenten der Welt für ihr Albumdebüt gewinnen konnten. Flemming Rasmussen, der für die Produktion von „One“ einen Grammy bekam und die ersten drei Metallica-Alben produzierte, lud Dead Star Talk in sein Kopenhagener Studio und verpasste den live eingespielten Songs eine kraftvolle Produktion, die an den richtigen Stellen schiebt und an anderen die Melodien funkeln lässt. Er ist voll des Lobes für Dead Star Talk: „Trotz meiner langjährigen Erfahrung passiert es eher selten, dass ich einer Band begegne, die von einer solch authentischen Liebe für starke Rocksongs getrieben wird. Die Gitarrenmusik von heute wird vor allem von Hipster-, Jazz- und Metal- Produktionen geprägt – deshalb ist es großartig, Dead Star Talks Attitüde, ihre Energie und ihr Talent für diese großen Singalong-Refrains zu spüren. Genau das ist mir seit den 90ern etwas zu kurz gekommen.“ Ob Dead Star Talk diese Lobeshymne einlösen können? Das werden sie in den kommenden Monaten nach und nach beweisen und noch in diesem Jahr diverse Singles und schließlich ihr Debüt veröffentlichen.

George Hennessey

Es sind die ganz großen Namen, die einem in den Sinn kommen, wenn man die neue EP des Songwriters aus Süd-London zum ersten Mal hört: Das Titelstück „Purified“ hat diesen zurückgelehnten Oasis-Swag, der sich vor allem in ihren Überballaden wie „Champagne Supernova“ oder „Live Forever“ voll entfaltete. „Soul Destroyed“ hat den Glamour und die Wucht von 1975, wenn sie im Rockmodus sind. Und „Jekyll & Hyde“ klingt nach angepunkten The Verve und Richard Ashcroft im Rempelmodus.

Es ist kein Zufall, dass es zu den genannten großen Namen klare Verbindungen im Leben des 28jährigen Songwriters gibt. Oasis haben George Hennessy in seiner Jugend gezeigt, dass es ok ist, Balladen zu singen. Eigentlich kam George von der härteren Gangart, feierte AC/DCs „Back in Black“, sah als erste Live-Band in seinem Leben die Rolling Stones, hörte auch mal den frühen Eminem – und dann waren da ja noch die Reunion-Konzerte der Sex Pistols, zu denen er mit 15 seinen Vater begleitete. Aber dann saß George im Mathe-Unterricht plötzlich neben einem Hardcore-Oasis-Fan, der ihn langsam aber hartnäckig überzeugte. Schließlich erinnerte sich George daran, wie sein Vater immer deren Album „(What’s the Story) Morning Glory“ hörte: „Dank meines Vaters und dank meines Mathe-Kumpels wurde ich mit Noels Musik angefixt. Und die weckte in mir den Wunsch, selbst Songs zu schreiben.“

Es dauerte dann trotzdem noch eine ganze Weile, bis George seine Musik teilte. Der Grund, so George: „Unsicherheit“. Und: „Ich kämpfte damals mit vielen Problemen. Ich war ein exzessiver Trinker, fuhr schnell aus der Haut, prügelte mich oft, wurde festgenommen. Durch dieses zerstörerische Verhalten verlor ich einige sehr gute Freunde und Beziehungen. Im Frühjahr 2018 war ich völlig am Boden und wusste: Jetzt muss was passieren. Da hatte ich die Erleuchtung: Ich will Musik machen! Scheiß auf die Drogen, scheiß auf den Suff – ich setze jetzt alles auf die Musik.“

Nur wenige Monate später holte er sich Inspiration bei einem seiner persönlichen Helden. George klingelte im September 2018 einfach mal bei: Richard Ashcroft, dem ehemaligen Frontguru von The Verve. „Er hat tatsächlich aufgemacht“, erzählt George und zeigt sich noch immer erstaunt über diese Begegnung. „Richard trug natürlich Sonnenbrille und fragte: ‚Allright mate, was kann ich für dich tun?‘ Er hat mir dann auf der Straße zwanzig Minuten lang einen Haufen sehr guter Ratschläge gegeben. Er sagte am Ende zu mir: ‚Du hast den Look, du hast die richtige Energie, du bist entschlossen – mach so weiter und arbeite hart.‘“

Was Ashcroft da noch nicht wusste, aber es anscheinend ahnte: George Hennessy hat auch die richtigen Songs, um weiterzumachen. Auf „Purified“ hat er vier davon versammelt – produziert von Jamie Ellis, der dann die Brücke zu The 1975 schlägt, bei denen Ellis in deren Anfangszeiten für einige Songs am Mischpult saß. Der Opener „Jekyll & Hyde“ schleudert einen mit voller Wucht in Georges Leben: „Ich schrieb den Song in den letzten Monaten meines Suff-Alptraums, als ich bereits spürte, dass ich mein Leben vor die Wand fahre, wenn ich so weitermache. Es geht um die Erkenntnis, dass Alkohol und Drogen dir eben nichts Gutes tun. Und dass es schwer ist, davon loszukommen, weil sie ja auch im sozialen Leben eine große Rolle spielen.“ Das darauffolgende, ebenfalls sehr schnelle, rockige „Soul Destroyed“ spinnt seine Geschichte weiter und mischt eindeutige Grunge-Anleihen in den sonst so britischen Sound. „Als ich trocken war, hatte ich dann all diese Abende mit meinen alten Freunden, die weiterhin besoffen und high waren – ‚chewing on my ear, sniffing all your gear’ singe ich da – und mich ab einem gewissen Punkt fürchterlich langweilten. Damit muss man erstmal klarkommen.“ Das Titel- und Herzstück „Purified“ ist dann die große britische Trennungsballade, aufgenommen „als es mir nach einer Trennung total beschissen ging und ich einen Weg finden musste, weiterzumachen.“ Der emotionale und musikalisch schlüssige Schlusspunkt der EP ist dann das fast optimistische „Chasing Tomorrow“. Ein Lied, so George, „darüber, einen Freund zu haben, der dir hilft, der dir zeigt, dass er für dich da ist, sich kümmert, dich mit Liebe und Unterstützung durch harte Zeiten bringt.“

Mit seiner Musik, den zahlreichen Auftritten, die er inzwischen absolviert hat und mit den weisen Worten des Richard Ashcroft im Ohr hat George Hennessy nun auch das nötige Selbstbewusstsein, um voll durchzustarten: „Ich werde alles für meine Karriere tun, was ich kann“, verspricht er. „Ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich meine Musik hören. Ich will richtig große Shows spielen.“ Könnte klappen, wenn er weiterhin Songs wie diese vier raushaut.

Örtlicher Veranstalter: Loft Concerts