Skalitzer Straße 85-86, Berlin Kreuzberg
Singer Songwriter / Pop
Konzert
Fr 23. Juni 19:00
Konzert
HAUSDERJUGEND + ERIC PFEIL
Für dieses Konzert können Tickets ohne VVK-Gebühren auch im Privatclub Office erworben werden: Mo. - Fr. von 11 bis 16 Uhr, Skalitzer Str. 85-86, Toreinfahrt links, Aufgang A.

Wenden in drei Zügen

Genre: Singer Songwriter / Pop

„Wenden in drei Zügen“, das zweite Album der Kölner Wunderband hausderjugend, erzählt von dem Nachhall vergangener Träume, von zwangserworbener Reife, von Gelassenheit als letzter Waffe – aber auch von Wünschen und bekloppten Ideen, die man sich, entgegen jeder Vernunft, weiterhin leistet. Es sind oft rätselhafte, aber immer berührende Songs. Songs, die immer ein paar Fragezeichen mehr stehenlassen als die Lieder vieler anderer Kollegen. Bei aller Brüchigkeit dieser Texte, bei aller (durchaus intendierten) „Unschlüssigkeit“, gehe es darum, emotionale Nähe herzustellen, sagt der Sänger. Und das gelingt hier tatsächlich in jedem Song.

Wer je mit anderen Menschen zusammen Musik gemacht hat, weiß: Das Konzept „Band“ ist eine der sonderbarsten Formen menschlichen Zusammenwirkens und bei aller Freude am kreativen Ausdruck nicht selten geprägt von Unzulänglichkeiten, Enttäuschungen, Absurditäten. Der Film „Spinal Tap“ erzählt ebenso von diesen Fährnissen wie der Mercury-Rev-Song „Holes“, in dem es heißt: „Bands – those funny little plans / that never work quite right“. Doch das ist nur die Perspektive von Musikern in ihrer Jugend Maienblüte.

Was aber, wenn man die Sache mit der Band erst im fortgeschrittenen Alter von Mitte, Ende 40 angeht? So wie Christian Uekötter und Kordula Rix, die im Jahr 2010 beschlossen, endlich wieder eine klassische Musiker-Gang auf die Beine zu stellen. Und was, wenn man dieser Band dann auch noch den nahezu ungooglebaren Namen „hausderjugend“ gibt? Sagen wir so: Man darf bei solch einem Vorgehen kein Typ sein, der es sich gerne einfach macht. Man muss einer sein, der sich ein paar Träume und Beklopptheiten erhalten hat. Man muss Lust haben, einen Heidenaufwand für ein möglicherweise unlukratives Ergebnis zu betreiben. Man muss damit umgehen können, sich noch Ambitionen leisten zu wollen, aber eigentlich kaum Zeit zu haben. Das Tolle

ist: Man meint, diese Themen die ganze Zeit in der Musik von hausderjugend mitklingen zu hören. Und tatsächlich erzählt „Wenden in 3 Zügen“, das zweite Album dieser Kölner Wunderband, von dem Nachhall vergangener Träume, von zwangserworbener Reife, von Gelassenheit als letzter Waffe – aber auch von Wünschen und irren Ideen, die man sich, entgegen jeder Vernunft, weiterhin leistet.

Neues Album: „13 Wohnzimmer“ (VÖ: 16.06.2017/Trikont)

„Poesie und Humor findet man im deutschen Pop zusammen nicht sehr oft. Hier schon. Und es stimmt sogar die Musik.“ Brigitte

„In der Osteria meines Herzens wird bis in alle Ewigkeit Eric Pfeils neue Platte „Die Liebe, der Tod, die Stadt, der Fluss“ über die Berieselungsanlage laufen. Sie ist wirklich sehr, sehr gut.“ Joachim Hentschel

„Schönes musikalisches Kopfkino“ INTRO

„Pfeil ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Die neue Platte ist ein wenig düsterer geworden, homogener, noch besser .“ Welt am Sonntag

Sagen wir so: Es gibt exakt 3526 deutsche Singer-Songwriter. Und es gibt Eric Pfeil. Man stelle sich vor, Ex-Go-Betweens-Sänger Robert Forster, Jonathan Richman und der Bob Dylan der Basement-Tapes-Ära hätten beschlossen, gemeinsam ein paar seltsame deutschsprachige Songs über müde Hunde, Männer mit Städtenamen und Cowboys auf dem Mond zu schreiben. Manchmal Manchmal klingen seine Songs auch, als hätten Leonard Cohen und Tocotronic zusammen ein Folk-Album aufgenommen. Der Mann ist schlicht nicht zu fassen: Nachdem er sich einen Namen als Autor und Kult-Kolumnist gemacht hatte („Das Pop-Tagebuch“) startete Pfeil im Jahr 2013 plötzlich eine Musikerkarriere: „Ich habe mir noch nie viel aus dem Tag gemacht“, sein erstes Album beim legendären Indie-Label Trikont sorgte gleich für lautstarkes Zungenschnalzen im hiesigen Feuilleton.

Es folgte ein erster Hakenschlag: Wild entschlossen, das Un-Genre des „Sommerhits“ mit neuem Inhalt zu befluten, veröffentlichte Pfeil im Juni 2014 mit „Radio Gelato“ eine Verbeugung vor der italienischen Popmusik der 80er Jahre. Das Video zeigte ihn tanzend am Strand von Ostia. Man war geneigt, den Mann wahlweise für verrückt zu erklären oder seinem Ruf nach mehr Italophilie blind zu folgen.

Nur ein Jahr später wieder eine Kehrtwende: Mit „Die Liebe, der Tod, die Stadt, der Fluss“ brachte der Sänger ein düster-verschrobenes Songwriter-Album heraus, auf dem sich Stücke über depressive Detektive, tote Dandys und verschollene Schauspielerinnen zu einem lebensmüden Songreigen versammelten. Im Video zur Single „Himmelwärts“ besuchte Pfeil gemeinsam mit dem Sensenmann Waschsalons und Plattenläden. Abermals setzte es euphorische Presse-Reaktionen.

Seinen tollkühnsten Coup landete Eric Pfeil dann im Jahr 2017, als er beschloss, etwas noch nie Dagewesenes auf die Beine zu stellen: Zum Beginn des Jahres begab sich der Sänger mit seinem Produzenten und einem Filmemacher auf eine knapp zweiwöchige Tournee durch deutsche Wohnzimmer. Auf dieser Konzertreise quer durch die Republik (und quer durch hiesige Wohnwirklichkeiten) entstand im Nahkontakt zum Publikum „13 Wohnzimmer“, das erste Live-Album, das ausschließlich in Wohnzimmern aufgenommen wurde. In den 13 neuen Songs geht es wieder gewohnt surreal, wortgewaltig und alltagsweise zu. Pfeils Songs ranken sich diesmal um blinde Italowestern-Desperados, Kollateraleffekte von Beerdigungen, die heilsame Kraft von Kino-Besuchen und psychedelische Spaziergänge mit Tieren. „Um einen Sarg zu tragen braucht man vier Leute / zum Drinliegen nur einen“, singt er einmal, und es reißt einem das Herz raus. Tragödie und Komödie, so heißt es oft, lägen nah beieinander. Bei Pfeil ahnt man, dass es oft keinen Sinn ergibt, überhaupt zwischen beidem entscheiden zu wollen.

Das Live-Album „13 Wohnzimmer“, das wieder ausgiebig betourt werden wird, erscheint am 16. Juni 2017 bei Eric Pfeils Stamm-Label Trikont.

Örtlicher Veranstalter: Milchmädchen Musikkultur GmbH